Die Wandteppiche in der St. John’s Konkathedrale waren ein Geschenk des aragonesischen Großmeisters Ramon Perellos y Roccaful an die Kirche nach seiner Wahl im Jahre 1697. In der Ordenssatzung wurde verfügt, dass neu gewählte Großmeister der Stiftskirche des Ordens nach ihrer Ernennung ein Geschenk zu überreichen hätten. Die Wandteppiche sind die weltweit größte komplette Sammlung aus 29 Teppichen, die beim Weber Judocus de Vos in Brüssel in Auftrag gegeben wurden. Die Teppiche erreichten Malta im Jahre 1702.

Darauf dargestellt sind der Triumph der Eucharistie und Szenen aus dem Leben Christi. Die Entwürfe der Teppiche über die Eucharistie basierten auf Zeichnungen des flämischen Künstlers Peter Paul Rubens, die er ursprünglich für die Infantin Isabella von Spanien erstellt hatte. Die Szenen aus dem Leben Christi basierten auf weiteren Meisterwerken von Rubens und Poussin. Vierzehn Bilder stellen die Jungfrau Maria, Christus den Erlöser und die Apostel dar, und ein Ganzkörperbildnis des Großmeisters Perellos vervollständigt die Sammlung. Die Wandteppiche wurden zu wichtigen Anlässen wie dem Johannesfest an den Gesimsen entlang des Kirchenschiffes aufgehängt. Die Teppiche bestehen aus edlen Woll- und Seidengarnen und sind je sechs Meter hoch. Die überdimensionalen Formate und die prächtige Gestaltung machten diese Teppiche zu wahrlich beeindruckendem Kirchenschmuck und sind eine der spektakulärsten Interpretationen barocker Kunst. Die Wandteppiche waren eines der wertvollsten Geschenke, die die Kirche jemals erhalten hat. Sie sind ein Ausdruck der damaligen Überlegenheit der katholischen Kirche und der Großzügigkeit der Großmeister und des Ordens.

Nicht ausgestellt.