Über die Ritter – Die Geschichte eines souveränen Ordens

Der Ursprung des Ordens, bekannt unter dem Namen Malteser-Ritter des Heiligen Johannes von Jerusalem, Rhodos und Malta, geht zurück bis etwa ins Jahr 1050, als die Republik von Amalfi die Zustimmung des Kalifen Ali az-Zahir von Ägypten erhielt, in Jerusalem ein Hospiz zusammen mit einer Kirche und einem Konvent zu errichten, um dort Pilgern aller Glaubensrichtungen und Rassen Pflege und Behandlung anzubieten. Das Hospiz wurde am Ort des Klosters des Heiligen Johannes des Täufers gebaut und von den Benediktinermönchen betrieben.

Nach dem ersten Kreuzzug und unter der Führung seines Gründers, dem seligen Gerrard, erkannte Papst Paschalis II. im Jahr 1113 das Hospital und sein Ordern durch päpstliche Bulle an. Unter der Schirmherrschaft des Heiligen Stuhls hatte die Gemeinschaft (jetzt unter dem Namen des Ordens des Heiligen Johannes von Jerusalem) das Recht, ihre Oberen unabhängig und ohne Einmischung anderer säkularer oder kirchlicher Autoritäten zu bestimmen.

Nach dem Fall des Heiligen Lands zog der Orden in das Königreich Zypern weiter. Dort verflocht er sich schnell mit der Politik des Königreichs und zog erneut weiter auf die Insel Rhodos, nachdem Großmeister Fulkes de Villaret im Jahr 1310 im Anschluss an zwei Jahre erfolgreicher kriegerischer Auseinandersetzungen diese und einige benachbarte Inseln erobert hatte.

Um der ununterbrochenen Bedrohung durch die barbarischen Piraten, durch die Ägypter und durch die Osmanen zu begegnen, war der Orden gezwungen, sich mehr und mehr in eine militärische Organisation zu wandeln und eine schlagkräftige Flotte aufzubauen.

Im Jahr 1522 überfiel eine Invasionsarmada von 400 Schiffen unter der Führung des Sultan Suleiman den Orden in Rhodos. Die Ritter unter Großmeister Philippe Villiers de L’Isle-Adam verfügten über etwa 7000 bewaffnete Männer für den Kampf gegen eine Streitmacht von 200,000 Osmanen. Nach 6 Monaten Belagerung mussten sich die tapferen Ritter schließlich ergeben. Den Überlebenden wurde es gestattet, Rhodos mit militärischen Ehren zu verlassen, die sich im Jahr 1523 nach Sizilien zurückzogen.

Der Orden hatte seinen Herrschaftsbereich verloren und zog 7 Jahre lang durch Europa, bis dass der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, König Karl V. von Spanien, den Rittern im Jahr 1530 die maltesischen Inseln und den nordafrikanischen Hafen von Tripolis als Lehen unter dem spanischen Vizekönig von Sizilien übergab. Als Gegenleistung für diese Insel bezahlten die Ritter jährlich einen maltesischen Falken.

Von dieser neuen Basis aus wurden die Ritter mit ihren wenigen Schiffen schnell wieder ein Stachel in der Seite der Osmanen. So dauerte es nicht lange, bis dass Suleiman eine weitere massive Invasionsmacht mit etwa 48,000 Soldaten zusammenstellte, darunter auch einige seiner Elitekämpfer. Im Jahr 1565 besetzten die Türken Malta. Heute unter dem Namen ‘Die große Belagerung von Malta’ bekannt, wurde dieser Krieg zu einem der größten Siege in der Geschichte einer weit unterlegenen Verteidigungsmacht. Unter der beseelten Führung des Großmeisters Jean Parisot de Valette leisteten 700 Ritter, 2,000 Soldaten sowie 3,000 bewaffnete Zivilisten, die aus der maltesischen Bevölkerung eingezogen waren, und auch eine Hand voll Sklaven und Diener für drei Monate tapfer Widerstand bis zum Sieg.

Im Anschluss an die Große Belagerung beschlossen die Ritter noch im Jahr 1565, Malta in eine einem militärischen Orden würdige Festung zu verwandeln, mit einer der Gruppe erlauchter Adliger angemessenen Hauptstadt. Der Grundstein wurde von Valette gelegt, aus welchem Grunde dieser Ort auch seinen Namen trägt, und der Ehrenplatz in der Ortsmitte gebührte St. John’s, der Kirche des Ordens.

Die Flotte des Ordens, eine der mächtigsten im Mittelmeer, trug ihren Teil zu der endgültigen Vernichtung der osmanischen Seemacht in der Schlacht von Lepanto im Jahr 1571 bei.

Die Regel des Ordens, die es den Rittern untersagte, ihre Waffen gegen andere Christen zu erheben, leitete das Ende auf Malta ein, als Napoleon Bonaparte die Insel während seines ägyptischen Feldzugs besetzte. Zuerst kamen die Ritter nur Napoleons Bitte nach, seinen Schiffen einen sicheren Hafen zu bieten und seine Vorräte aufzustocken, aber einmal auf der Insel wandte sich dieser gegen die Gastgeber und nahm Malta in Beschlag. Die Ritter waren gezwungen, die Insel zu verlassen. Im Jahr 1800 nahmen dann die Briten Malta ein, aber obwohl der Vertrag von Amiens aus dem Jahr 1802 die souveränen Rechte des Ordens anerkannte, wurde es dem Orden nicht mehr gestattet, nach Malta zurück zu kehren.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Orden erheblich geschwächt. Die Führung des Ordens lag von 1805 bis 1879 in den Händen der Leutnante, bis dass Papst Leo XIII wieder einen Großmeister einsetzte, der die Führung des Ordens übernahm und eine Wiedererstarkung des Ordens signalisierte. Der wiederbelebte Orden richtete nun als humanitäre und religiöse Organisation sein Hauptquartier in Rom ein und nahm den Namen des Souveränen Ordens von Malta an.

Während der zwei Weltkriege führte der Orden unter Großmeister Fra’ Ludovico Chigi della Rovere Albani umfangreiche hospitalische und gemeinnützige Aktivitäten aus. Der Orden ist weiterhin eine katholische Einrichtung mit Souveränität nach internationalem Recht und permanentem Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen.